KUSS! EINE INSPIRATION FÜR DIE KUNST

 

Ein Ausschnitt: Kusswand,
Bröhan-Museum Foto: kulturberlinblog

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Timm Ulrichs
Zwei, zu Zweit, 2008
Kunstmuseum Celle mit Sammlung Robert Simon
Foto: Roland Schmidt
VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Das Bröhan-Museum

Es ist schon erstaunlich in welch kurzen Abständen das Bröhan-Museum, ein Museum für Jugendstil, Art Déco und Funktionalismus in Berlin-Charlottenburg eine interessante Ausstellung nach der anderen zeigt. Gerade erst wurde die Ausstellung Jan Toorop, ein Symbolist und Superstar der Kunst um 1900 aus den Niederlanden abgebaut, schon folgt die nächste international besetzte Ausstellung. Diesmal auch noch Epochen übergreifend.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

 

Peter Behrens, Der Kuss 1898, Farbholzschnitt
Bröhan-Museum, Berlin
Foto: Martin Adam
Andy Barter
Kiss (David & Fiona), 2012
Fotografie: Andy Barter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dr. Anna Grosskopf, die Kuratorin des Bröhan-Museums, ist die Initiatorin dieser Ausstellung, die sie inhaltlich konsequent und mit starken Bildern sehr facettenreich umgesetzt hat. Es ist wirklich erstaunlich, dass dies die wohl bisher erste Ausstellung über den Kuss ist und dass kein Museum schon vorher auf die Idee gekommen ist.

Pressekonferenz im Bröhan-Museum mit der Kuratorin Dr. Anna Grosskopf

 

 

 

Der Kuss:Quelle der Inspiration für die Kunst

Der Kuss gehört zum Leben und folgt einem ureigenen menschlichen Instinkt. Vom ersten Kuss als Baby durch die Mutter ist der Kuss das stärkste Zeichen der Zärtlichkeit und Liebe. Er ist Ausdruck eines Gefühls für ein Lebewesen oder auch ein geliebtes Objekt wie ein Plüschtier oder einen heiß ersehnten Gegenstand wie der Championsleague-Pokal. Nicht nur Menschen Küssen sich untereinander, sondern auch Tiere, wie z.B. Affen. Wir küssen bewußt oder instinktiv und es gibt Vieldeutigkeiten und auch Ambivalenzen des Kusses, die sich dann deutlich vom zärtlichen Kuss unterscheiden.

 

Jürgen Teller
Foto: kulturberlinblog

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fidus
Paar im Sternenkranz, 1912
Öl auf Leinwand
Archiv der deutschen Jugendbewegung, Witzenhausen
VG Bild Kunst, Bonn 2017

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Kuss kann subtil und provokant, mystisch und tiefsinnig, humorvoll und frivol sein. Vor allem in der Kunst um 1900 zeigt sich eine beinahe besessene Auseinandersetzung mit diesem Sujet, das auch durch das sich entwickelnde Frauenbild und den Geschlechterkampf befeuert wurde.

Edvard Munch
Vampyr II, 1895/1902
Hamburger Kunsthalle / bpk
Foto: Elke Walford

Zur Ausstellung

Die Ausstellung nimmt die unterschiedlichen Ausdrucksformen des Kusses zum Anlaß, das Kuss-Motiv in der Kunst ausgehend vom 19.Jh.bis heute zu untersuchen. In acht Themenräumen, wie: Kuss und Ornament, Kuss und Lebensreform, Filmküsse, Küsse auf Papier, Todesküsse, Obsessionen, Lippenabdrücke, und der Politische Kuss. Damit wird ein Panorama des Kuss-Motivs quer durch die Medien und Gattungen meist epochenübergreifend, dargestellt.

August Rodin
Der Kuss, 1904
Bronze
Musée Rodin, Paris

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine Ikone wie der Kuss von Rodin von 1904, zur Zeit seiner Entstehung ein Skandalobjekt, konnte für diese Ausstellung aus dem Musée Rodin Paris nach Berlin ausgeliehen werden.

Foto: kulturberlinblog

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der erste Filmkuss aus dem Jahr 1890, der gleich zu einem Skandal und kurz darauf verboten wurde, darf als Video natürlich auch nicht fehlen. Filmplakate des Marmorhaus Kinos am Kurfürstendamm aus den 20er Jahren geben einen Einblick in die Werbung und die erste erfolgreiche Vermarktung des Kusses.

Foto:kulturberlinblog

 „A Kiss is Still a Kiss?“

“ A kiss is still a kiss“ wie es in dem berühmten Lied: As time goes by aus dem Film Casablanca heißt – nein eben nicht – ein Kuss ist nicht einfach ein Kuss – sondern ein Kuss kann für sehr viel stehen – für zarte Liebe, für Todesgefahr, für obsessive Besessenheit und natürlich auch für ein politisches Statement.

Blue Noses
An Epoch of Clemency, 2005
C-Print, Courtesy Diehl, Berin

Der Ausstellung ist es gelungen, ein differenziertes Gesamtbild des Kusses  in all seinen Nuancen, Interpretationen und Ausdeutungen zu entwerfen.

Römer + Römer Der Kuss, 2011 V.Weese, Berlin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit dem Künstlerpaar Römer + Römer und der postfaktischen Knutschperformance wurde bei der Eröffnung im Bröhan-Museum auch leibhaftig geküsst und das in aller Ausführlickeit. Die küssenden Paare wurden bei einem Casting von dem Künstlerduo für ihre Performance ausgewählt. Sie standen in verschiedenen Ausstellungsräumen des Museums und küssten sich. Der Kuss war leibhaftig im Raum präsent, was bei den Besuchern Neugier, Heiterkeit aber auch Irritation auslöste.

Vor dem Kuss
Foto: kulturberlinblog
Beim Küssen

 

 

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Als Zugabe wird vom 4.7 – 6.7.2017  die Aktionskünstlerin und Marina Abramovic Schülerin Nezaket Ekici einen bisher noch rein-weißen Raum beküssen. Diese Performance, das obsessive Küssen des Raumes, geht über 3 Tage und wird am Tag des Kusses am 6.7. eröffnet. Durch dreitägiges Küssen wird der Kuss zu einem ekstatischen Rausch, in dem die Künstlerin auch an ihre körperlichen Grenzen kommt und der Kuss zu einem schmerzhaften Erlebnis wird.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

 

Ich wünsche euch subtile Kusserlebnisse beim Ausstellungsbesuch. 

Küss die Hand ….eure Gurbet Hoffmann